Marktbericht und Ausblick 3. Quartal 2026

1. Überblick

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Im dritten Quartal hat sich die Lage an den Märkten weiter zugespitzt. Die geopolitischen Krisenherde im Iran und der Ukraine / Russland ließen die Energiepreise ansteigen, während die Inflation auf hohem Niveau verharrte. Zusammen mit den Energiepreisen entwickeln sich die weiter anziehenden Zinsen zu einer bedrohlichen Mischung für die Gesamtmärkte. War der August an den Aktienmärkten noch insgesamt ein guter Monat, nahmen die Risiken im September deutlich zu. Die jüngste Zinserhöhung der US-Notenbank wurde zwar weitgehend als „Non-Event“ aufgenommen, das Sentiment trübte sich jedoch merklich ein. Das aktuelle Umfeld weist Parallelen zu früheren Phasen mit hohen Zinsen, hohen Energiepreisen und ersten Belastungen am Immobilienmarkt auf. Anders als 2007 sind die Bankbilanzen heute jedoch deutlich robuster. Ein wesentlicher Grund für die bisherige Widerstandsfähigkeit der Aktienmärkte ist die gute Gewinnentwicklung. Bei vielen großen Unternehmen steigen die Gewinne weiterhin deutlich. Die Kursentwicklung wird damit überwiegend von Gewinnwachstum getragen und weniger von höheren Bewertungen. Dementsprechend halten sich die Aktienmärkte vergleichsweise gut, während Anleihen und Gold stärker nachgeben mussten. Für die kommenden sechs Monate erwarten wir eine weiterhin solide Gewinnentwicklung der Unternehmen. Darüber hinaus könnte sich das Umfeld jedoch merklich eintrüben, wenn die hohen Zinsen zunehmend auf Unternehmensgewinne und die Konjunktur durchschlagen. Beim Thema künstliche Intelligenz (KI) richtet sich der Blick auf die Rahmenbedingungen der weiteren Entwicklung. Die Diskussion über strengere Sicherheitsvorkehrungen könnte neue Produkt-einführungen verlangsamen, allerdings den Burggraben dieser Unternehmen gegenüber Konkurrenten erhöhen. Aktuell spricht noch nichts für einen geringeren Ausbau der Rechenkapazitäten oder Kürzungen der Investitionsbudgets. Für die Zentralbanken weltweit bleibt die Inflation die größte Sorge. Die FED und die EZB haben ihre Geldpolitik entsprechend gestrafft. Aus unserer Sicht prägen die drei folgenden Entwicklungen in nächster Zeit die Märkte:
  1. Die Geopolitik wird sich als der wichtigste Faktor erweisen. Der Gipfel zwischen Trump und Xi gab einen kleinen Vorgeschmack darauf, welche Weltmächte aktuell Möglichkeiten für Konfliktlösungen besitzen. So sind die Energiepreise das „Bottleneck“ für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Anzeichen für Fortschritte in den Bereichen Handel, Zölle und Zusammenarbeit bei Zukunftstechnologien – wie KI – waren zu erkennen. Investoren werden die globalen Einkaufsmanager-indizes, das G7-Außenminister Treffen und die Zinsentscheidungen in den verschiedenen Volkswirtschaften im Auge behalten müssen.
  2. Die Inflation ist immer noch das dominierende Investitionsthema. Sie hängt zunehmend von der oben beschriebenen Geopolitik und dem Ölpreis ab. Geografisch bleibt die Kerninflation in den USA hoch, da starke Konsumausgaben, ein positiver Vermögenseffekt und erhebliche Investitionen im Zusammenhang mit KI weiterhin die Nachfrage stützen und es erschweren, die Inflation wieder vollständig zum Zielwert der FED von 2 % zurückkehren zu lassen. In Europa stellt sich die Lage etwas anders dar. Zwar wird die Gesamtinflation von den Energiepreisen beeinflusst, doch die zugrunde liegende Trendinflation hat sich dem Ziel der EZB deutlich angenähert. Für Anleger bedeutet dies, dass die Geldpolitik zukünftig zunehmend differenzierter wird, anstatt in allen Regionen einheitlich vorzugehen.
  3. Die anhaltende Dominanz von Investitionen im Bereich KI sollte weiterhin der starke Wachstumsmotor bleiben. Die Wirtschaftstätigkeit hat sich als robust erwiesen, während KI-bezogene Ausgaben die Investitionstätigkeit weiterhin stützen. Infolgedessen haben sich die Aktienmärkte trotz des zunehmend restriktiven Tons der politischen Entscheidungsträger als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen.
Fazit: Anleger sehen sich einer ungewöhnlichen Kombination aus restriktiven Zentralbanken, gedämpfter Stimmung, hohen Ölpreisen und einem Wachstumsmotor gegenüber, der hauptsächlich von KI-bezogenen Investitionen getragen wird. Vorerst bleibt dieser Trend intakt. Er muss aber fortlaufend einer kritischen Überprüfung standhalten.

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3. Quartalsbericht 2026, Runte.Weil & Alt GmbH, Oktober 2026. 7 Seiten